Berlin, 1. August 2025 – Der Verband der Cannabis Anbauvereinigungen Deutschlands e. V. (CAD e. V.) hat eine Stellungnahme zur geplanten Änderung des Medizinal-Cannabisgesetzes (MedCanG) veröffentlicht. Ziel des Gesetzes ist es, den Missbrauch durch Telemedizin-Plattformen einzudämmen. Der CAD e. V. unterstützt dieses Anliegen grundsätzlich – warnt jedoch davor, dass ohne politische Gegenmaßnahmen legale Cannabis Anbauvereine weiter geschwächt und der Schwarzmarkt gestärkt werden könnten.
Telemedizin-Plattformen zurückdrängen – aber nicht zulasten legaler Alternativen
Viele Online-Plattformen werben aggressiv für schnelle Cannabis-Rezepte per Klick, oft ohne persönliche Anamnese. Diese Praxis untergräbt medizinische Standards und verdrängt kontrollierte, legale Versorgungsmodelle. Die MedCanG-Änderung setzt hier an – doch ohne gleichzeitige Förderung von Anbauvereinen entsteht ein gefährliches Vakuum.
Cannabis Anbauvereine: Gemeinwohl statt Profit
Cannabis Anbauvereine bieten eine gemeinwohlorientierte, nicht-kommerzielle und legale Alternative zu Plattformen. Trotzdem werden sie vielerorts blockiert oder durch bürokratische Hürden ausgebremst – insbesondere in Bundesländern mit restriktiver Haltung zum KCanG.
CAD e. V. fordert konkrete begleitenden Maßnahmen zur MedCanG-Reform:
- Bürokratieabbau und bundeseinheitliche Regeln für alle Anbauvereine
- Öffentliche Aufklärung über legale Versorgungsstrukturen
- Rechtssicherheit in der Vereinskommunikation – keine Gleichsetzung mit Werbung
- Abschaffung praxisferner Regeln, z. B. der 200-Meter-Abstandsregelung, und des internen Konsumverbotes
- Einbindung von Anbauvereinen in die Evaluation des KCanG
Fazit: MedCanG-Änderung muss legale Versorgung aktiv mitdenken
Der CAD e. V. warnt davor, dass eine bloße Einschränkung von Plattformen ohne Ausbau legaler Strukturen zu einer Stärkung des Schwarzmarkts führt. Eine glaubwürdige Cannabis-Politik braucht kontrollierte, legale Zugänge – und genau hier bieten Anbauvereine eine echte Lösung. Dafür braucht es nun politischen Willen und faire Rahmenbedingungen.
Die vollständige Stellungnahme zur MedCanG-Änderung lesen:

