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AG Evaluation CAD Presse · 29. September 2025

Evaluation des KCanG verzerrt Bild – CAD e. V. warnt vor politischen Fehlschlüssen

Evaluation des KCanG verzerrt Bild – CAD e. V. warnt vor politischen Fehlschlüssen

Berlin, 29.09.2025 – Der Verband Cannabis Anbauvereinigungen Deutschlands e.V. (CAD e. V.) übt deutliche Kritik am heute vorgestellten Zwischenbericht zur Evaluation des Konsumcannabisgesetzes (KCanG).

Der Beitrag der Anbauvereinigungen zur Schwarzmarktverdrängung falle bislang marginal aus. Sollte der Gesetzgeber die schnellere und stärkere Verdrängung des Schwarzmarktes priorisieren, müsse aus seiner Sicht geprüft werden, inwiefern Vorgaben und Produktion vereinfacht werden könnten; ohne entsprechende Korrekturen sei kein bedeutender Beitrag zu erwarten.

Evaluation des KCanG verzerrt Bild der Cannabis Anbauvereine

Aus Sicht des Verbandes erlaubt der Bericht keinerlei politisch seriöse Rückschlüsse auf die Rolle der Cannabis Anbauvereine, da diese im Evaluationszeitraum politisch und administrativ ausgebremst wurden. Der CAD e.V. spricht von einem verzerrten Bild der Realität, das nicht als Grundlage für politische Entscheidungen dienen dürfe. Der Beitrag der Anbauvereinigungen zur Schwarzmarktverdrängung falle bislang marginal aus. Sollte der Gesetzgeber die schnellere und stärkere Verdrängung des Schwarzmarktes priorisieren, müsse aus Sicht der Evaluierenden geprüft werden, inwiefern Vorgaben und Produktion vereinfacht werden könnten; ohne entsprechende Korrekturen sei kein bedeutender Beitrag zu erwarten.

Diese Evaluation soll Vereine bewerten, die es faktisch noch gar nicht gegeben hat. Wer den Zwischenbericht heute gegen die Vereine wenden will, bewertet nicht ihre Arbeit, sondern die politischen Versäumnisse“, erklärt Jana Halbreiter, Vorständin des CAD e.V.

Genehmigungen verschleppt – politisches Misstrauen prägt den Start

Genehmigungen für Anbauvereine waren theoretisch ab Juli 2024 möglich, wurden jedoch faktisch erst Anfang 2025, (flächendeckend restriktiv) erteilt. In mehreren Bundesländern wurde der Start der Vereine bewusst verzögert. Besonders der Freistaat Bayern blockiert bis heute mit ideologisch motivierten Hürden und juristischen Tricks, etwa durch plötzlichen Neubau von Spielplätzen, restriktive Auslegungsspielräume und endlose Nachforderungen im Genehmigungsprozess.

Zahlen der Evaluation sind politisch verzerrt

Die im Bericht genannten Zahlen zu Anbauvereinen sind nach Einschätzung des CAD e.V. nicht aussagekräftig um Änderungen oder eine Abschaffung des KCanG zu begründen. Während der Medizinalcannabis-Sektor ab April 2024 ohne Einschränkungen agieren konnte und bereits rund 10 bis 14 Prozent des Marktes abdeckt, waren Anbauvereine administrativ weitgehend lahmgelegt.

Wir wurden bewertet, bevor wir überhaupt starten durften. Das ist, als würde man ein Theaterstück kritisieren, bevor der Vorhang aufgegangen ist“, so Halbreiter weiter.

Sie bezeichnet es als politisch grotesk, aus einem Zeitraum ohne reale Vereinsaktivität irgendwelche Schlüsse ziehen zu wollen.

Das ist nicht Evaluation, das ist Stimmungsmache.

CAD e. V. fordert faire Bewertung unter realen Bedingungen

Der Verband kritisiert, dass die Bundesregierung mit dem gewählten Evaluationszeitpunkt selbst ein schiefes Bild geschaffen hat, das nun leicht fehlgedeutet oder politisch instrumentalisiert werden könne. Eine faire Bewertung könne erst erfolgen, wenn Anbauvereine tatsächlich unter realistischen Rahmenbedingungen arbeiten dürfen. Dazu gehört nach Auffassung des CAD e. V. die Beseitigung ideologisch motivierter Blockaden durch Bundesländer wie Bayern sowie Rechtssicherheit und faire Rahmenbedingungen für alle Versorgungssysteme.

Politisch blockiert statt gefördert: Realität der Cannabis Anbauvereine

Cannabis Anbauvereine sind ein zentrales Element des Konsumcannabisgesetzes. Sie sollen eine nicht-kommerzielle, gemeinschaftsbasierte Versorgung sicherstellen. Wegen restriktiver Genehmigungspraxis, ideologischer Blockaden und umfangreicher bürokratischer Auflagen konnten die meisten Vereine jedoch erst Anfang 2025 mit dem Betrieb beginnen. Im Evaluationszeitraum 2024 gab es faktisch keine relevante deutsche Produktion. Der CAD e.V. warnt daher ausdrücklich davor, aus dieser dünnen Datenlage politische Schlüsse zu ziehen oder die Rolle der Anbauvereine in der legalen Cannabisversorgung vorschnell zu bewerten.

Jahrzehntelang wurde über die (Teil-)Legalisierung von Cannabis diskutiert, seit 2024 ist sie in der Bundesrepublik Realität: Mit dem Konsumcannabisgesetz (KCanG) wurde Erwachsenen in Deutschland erstmals ein legaler Zugang zu Cannabis ermöglicht – unter anderem über nicht-kommerzielle Anbauvereinigungen, sogenannte Cannabis-Clubs. Diesen kontrollierten Zugang nutzen inzwischen viele Tausend Menschen, wo sie auf Augenhöhe über bewussten Konsum, Wirkung und Prävention informiert werden. Mit dieser Säule der Legalisierung hat der Gesetzgeber den Cannabis-Nutzenden, zwar ein begrenztes, aber aus Präventionssicht positives Mittel an die Hand gegeben, welches das BVG bereits seit Jahren gefordert hatte. Diesen Enthusiasmus und den Fokus auf saubere, hochwertige Produkte, der Vereine bei der derzeitigen Diskussion nicht zu berücksichtigen ist aus Sicht des Verbands bereits ein erster Rückschritt zur gescheiterten Cannabis-Prohibitionspolitik.

Über den CAD e. V.

Der Cannabis Anbauvereinigungen Deutschlands e.V. ist die bundesweite Interessenvertretung von legalen Anbauvereinen. Der Verein setzt sich für transparente, soziale und kontrollierte Strukturen im Rahmen des KCanG ein. Ziel ist es, einen Beitrag zur Entkriminalisierung, Aufklärung, Prävention und sicheren Versorgung von Mitgliedern zu leisten.

Pressekontakt:

Cannabis Anbauvereinigungen Deutschlands e.V. (CAD)
Pressestelle
E-Mail: presse@cannabis-verband.org
Web: https://www.cad-bundesverband.de/