Der CAD Bundesverband startet neu. Wir besinnen uns auf das, was die Cannabis Anbauvereinigungen Deutschlands von Anfang an stark gemacht hat: gemeinsame Arbeit statt Einzelinteressen.
Der CAD ist aus einer Gründungscommunity entstanden, die nicht darauf gewartet hat, dass andere ihre Probleme lösen. Vereinsinitiatoren und Initatiorinnen haben Wissen geteilt, gemeinsam politische Gespräche geführt und sich gegenseitig auf dem Weg zur Anbaugenehmigung unterstützt. Nicht mit unnötigem Konkurrenzgehabe darüber, wer wohl demnächst die größten Buds anbaut. Sondern mit der Frage: Was können wir zusammen schaffen?
Die Antwort konnte sich sehen lassen. Wir hatten eine Vorlage für Jugend- und Gesundheitsschutzkonzepte, bevor die damalige BZgA im Juli 2024 ihren Fragenleitfaden veröffentlichte. Wir brachten die Perspektive der Vereine in die Arbeit am Mustercurriculum für Präventionsschulungen ein. Bereits im März 2024 entstanden SOPs für die Arbeit in Anbauvereinigungen, zu einer Zeit, als noch nicht einmal klar war, welche Berufsgenossenschaft zuständig sein würde. Heute sitzt der CAD im Fachbeirat der Evaluation EKOCAN. Damit mit Anbauvereinen gesprochen wird und nicht nur über sie.
Darauf sind wir stolz. Aber Stolz allein trägt keinen Verband.
Die Vereine kämpfen mit überbordender Bürokratie und einer politischen Debatte, in der Praxiswissen oft zu kurz kommt. Gleichzeitig müssen wir vor der eigenen Tür kehren. Zu viele Forderungen, zu wenig Mitarbeit. Überzogene Erwartungen, finanzielle Eigeninteressen und mangelnde Kompromissbereitschaft haben dem CAD geschadet. Auf Fragen, die die Zukunft des Verbands betreffen, blieben Antworten aus. Zu digitalen Vorbereitungstreffen kamen kaum Mitglieder. Auch unter den neu entstandenen Verbänden wollten manche lieber ihr eigenes Ding machen, statt offen über gemeinsame Ziele zu sprechen. Das ist ihr gutes Recht, Zusammenarbeit braucht aber Ehrlichkeit.
Deshalb stellen wir den CAD neu auf. Wir brauchen jetzt keine weitere Einkaufsgemeinschaft, keinen Preiskampf und nicht die hundertste Veranstaltung, auf der Zulieferer ihre Produkte präsentieren. Wir brauchen einen Ort für konkreten und vertraulichen Austausch zwischen Vereinen im aktiven Betrieb.
Was funktioniert? Wo hakt es bei Behörden, Dokumentation, Prävention oder Arbeitsschutz? Welche Fehler müssen andere nicht noch einmal machen?
Unser Verbands-Kodex bleibt der Grundpfeiler dieser Zusammenarbeit. Es geht nicht darum, wer das feinste Hasch oder das beste Living Soil hat. Es geht darum, Erfahrungen zu teilen, das eigene Ego zurückzustellen und gemeinsam selbstbewusst für einen verantwortungsvollen Umgang mit Konsumcannabis einzustehen.
Auch personell beginnt ein neues Kapitel. Seyhun Savas, Jana Halbreiter und Joel Grospitz wurden in den Vorstand wiedergewählt. Friedemann Söffing kehrt zurück, Steve Rau kommt neu hinzu. Steve hat bereits die AG Evaluation geleitet und bringt mit seiner gärtnerischen Fachausbildung die botanische Perspektive ein. Peer Bollmeyer und Dr. Sebastian Hempelmann scheiden aus persönlichen Gründen aus dem Vorstand aus. Beiden danken wir für ihre Arbeit. Peer wird dem Vorstand weiterhin beratend zur Seite stehen.
Der Neustart erfolgt vorerst ohne Mitgliedsbeiträge. Aber eines muss klar sein: Eine Mitgliedschaft ist kein Zuschauerplatz und der CAD kein Selbstbedienungsladen. Niemand muss rund um die Uhr verfügbar sein. Doch der Verband lebt davon, dass Vereine im Rahmen ihrer Möglichkeiten Zeit, Wissen, Erfahrungen oder Ideen einbringen.
Wir bitten deshalb alle Mitgliedsvereine, uns bis zum 30. September 2026 mitzuteilen, ob sie den CAD weiterhin mitgestalten möchten. Wer andere Prioritäten hat, darf das offen sagen.
Wir haben schon einmal gezeigt, was gemeinsame Arbeit möglich macht. Jetzt ist es Zeit, genau daran anzuknüpfen.

v.l.n.r.: Seyhun Savas (Cannabis e.V. Duisburg) , Friedemann Söffing (CSC Weimar e.V.), Jana Halbreiter (Green Leaf Society e.V.), Joel Grospitz (CSC Nordheide e.V.), Steve Rau (Growdys Farm e.V.)
